Die Geschichte von WordPress – von der einfachen Blogging Software zum erfolgreichsten CMS weltweit

WordPress (WP) ist zweifelsohne das beliebteste Content Management-System (CMS) überhaupt. Tatsächlich basieren mittlerweile mehr als 34 Prozent aller Websites auf dessen Strukturen – Tendenz steigend. Diese wahrhaft beeindruckende Zahl möchten wir zum Anlass nehmen, die Geschichte von WordPress einmal genauer zu beleuchten. Im folgenden Artikel sehen wir uns an, wie sich das CMS von einem einfachen Blogging Tool zum heutigen Alleskönner im Bereich der Produktion, Verwaltung, Optimierung und dem Controlling von Webseiten sowie Onlineshops entwickelt hat.

So viel bereits an dieser Stelle: WP hat die Funktionsweise von Websites mit seinen performance- sowie sicherheitsorientierten und dabei nutzerzentrierten, simplen Strukturen grundlegend verändert. Das CMS bietet die Chance, mit relativ wenig Aufwand und (zumeist) ganz ohne Programmierkenntnisse sehr viel zu erreichen. Themes ermöglichen ein vergleichsweise schnelles und unkompliziertes Setup einer individuellen Website, Plugins sorgen für beste Content-Strukturen, zusätzliche Sicherheit oder umfassende Suchmaschinenoptimierung und Internetunternehmen rund um den Globus kümmern sich fortwährend um die Weiterentwicklung des gesamten WordPress-Universums.

Was ist WordPress?

WordPress ist ein Content Management System, kurz CMS genannt, das es Privatpersonen, Vereinen oder auch großen Unternehmen ermöglicht, eine Website zu verwalten, ohne eine herkömmliche HTML-Editor-Software, wie Dreamweaver oder Frontpage, verwenden zu müssen. Ferner dient es ebenfalls als Basis für das gesamte Konstrukt der jeweiligen Website sowie für nahezu sämtliche weiteren gegebenenfalls damit zusammenhängenden Vorgänge, sprich Suchmaschinenoptimierung, Lead-Generierung, E-Commerce etc.

Bei WP handelt es sich um eine Open Source Software, die unter der GPL v2-Lizenz läuft, was bedeutet, dass das Programm frei verwendbar und veränderbar ist. In dieser Ausrichtung liegt einer der Haupterfolgsgründe des CMS. Zum einen ist WordPress dadurch – nach wie vor – absolut kostenlos verwendbar und zum anderen bekommen Entwickler auf der ganzen Welt somit die Möglichkeit, die Software stetig weiterzuentwickeln – Themes zu gestalten, nützliche sowie zukunftsorientierte Plugins zu kreieren und und und.

Die Ursprünge von WP

Bevor WordPress seinen Siegeszug begann, waren es Blogger, GeoCities und vor allem B2/cafelog, mit denen die Leute ihre Blogs erstellten. B2/cafelog ist ein besonders einfaches Tool, das 2001 gelauncht wurde. Es hob sich von seinen Mitbewerbern ab, weil es einen ganz anderen Ansatz verfolgte – nämlich die dynamische Generierung von Seiten aus dem Inhalt der MySQL-Datenbank. Dieses Konzept erweiterte die Leistungsfähigkeit entsprechender Blogs erheblich.

Obwohl B2/cafelog schnell zahlreiche treue Fans besaß, wurde die Entwicklung und Wartung der Software Ende 2002 plötzlich komplett eingestellt. Unter den überrascht zurückgelassenen Usern war auch Matt Mullenweg. Der Sohn eines Softwareentwicklers und selbst Programmierer beschloss vor diesem Hintergrund im Januar 2003, eine neue Plattform zu schaffen, die die besten Eigenschaften von B2/cafelog aufnehmen und diese durch zusätzliche Funktionen erweitern sollte. Das Ergebnis ist WordPress!

WordPress Timeline – die Entwicklung des CMS von 2003 bis heute

Am 27. Mai 2003 startet Matt Mullenweg WordPress und ahnte dabei wohl kaum, welche Ausmaße sowie Relevanz sein CMS zukünftig einmal haben würde. Heute gilt dieses Datum als einer der ganz wichtigen Tage der Internetgeschichte. Lassen Sie uns nun einen Blick darauf werfen, wie sich WP in den letzten 15 Jahren verändert hat.

2003 bis 2004: Anfänge der heute typischen WP Usability

In den Jahren 2003 und 2004 entsteht mit WordPress eine neue Plattform zur Erstellung und Verwaltung von Blogs, die nicht nur eine Kopie ihres Vorgängers ist, sondern jenen in puncto Funktionen bereits deutlich in den Schatten stellt. Schon in dieser frühen Entwicklungsphase haben sich Mullenweg und seine Partner zum Ziel gesetzt, eine optimale Usability zu schaffen. Die Ergebnisse waren neue und verbesserte Admin-Oberflächen, erweiterte Templates zur Erstellung verschiedener Styles, eine vereinfachte Benutzerführung und die ersten Plugins.

2005: Plugins und Themes machen WP langsam aber sicher zu mehr als einer Blog Software

Nach dem Release der Plugin-Funktion und der generell erhöhten Flexibilität, zeichnete sich der potenzielle Nutzen von WP für umfangreichere Websites zwar ab, war aber noch kein konkretes Thema. Ab 2005 war es möglich, einem Blog weitere Seiten hinzuzufügen. Außerdem erhielt WP schnellere Interfaces mit DHTML und JavaScript sowie ein integriertes Objekt-Caching. Hinzu kam eine Vereinfachung der Bearbeitung entsprechender Pages, die Option der Zuweisung von Benutzerrollen und ein neues Theme-System. Zu diesem Zeitpunkt waren die Themes allerdings noch relativ einfach und nicht mit heutigen Layouts und Designs bzw. deren immensen Möglichkeiten vergleichbar.

2006: Entwicklung konkreter Geschäftsstrukturen und der Marke WordPress

Bereits 2005 wurde Automattic, das Unternehmen hinter WP, gegründet, 2006 war jedoch das Jahr, in dem das Wachstum richtig Fahrt aufnahm. Zu diesem Zeitpunkt hatte WP schon zahlreiche Nutzer, es kümmerten sich jedoch nicht mehr als 5 Mitarbeiter um die Weiterentwicklung und den Support. Um die Dinge in die richtige Richtung zu lenken, wurde Toni Schneider (ehemals hochrangiger Mitarbeiter bei Yahoo!) als CEO engagiert. Am 01. März 2006 reichte Automattic die Markenanmeldung für WordPress und das WordPress-Logo ein.

2006 war ebenfalls das Jahr des ersten WP WordCamp Events. Dabei handelte es sich um eine Veranstaltung, die Entwicklern und Usern ein Forum für WordPress-betreffende Gegebenheiten und Optimierungsansätze geben soll. Heutzutage finden WordCamps in mehr als 65 Ländern statt. Sie zählen zu den wichtigsten Ausgangs- bzw. Publikationspunkten für wichtige Entwicklungen des gesamten WP-Universums.

2008: modernisiertes Interface und zunehmende Automatisierung

Im Jahr 2008 wurde die WordPress Theme Directory gelauncht. Von nun an konnte praktisch jeder Themes kreieren, sie in ein frei zugängliches Verzeichnis hochladen und sie somit anderen Usern bereitstellen. Des Weiteren wurden das Dashboard, wie wir es heute kennen, eingeführt und der Plugin Installer implementiert.

2009: Optimierung des Webdesigns und der Webentwicklungs-Abläufe

2009 werden sowohl das Theme als auch das Plugin Feature hinsichtlich ihrer Usability weiter verbessert. Von nun an erfolgte die Installation von Themes und Plugins praktisch vollkommen automatisch und beide Bereiche waren ab sofort fester Bestandteil des Dashboards. Darüber hinaus wurde einiges für effizientere Workflows in puncto Webentwicklung getan. So erfolgte die Implementierung des CodePress Editors, mit dem Code für die Entwicklung von Plugins und Themes innerhalb der WordPress-Plattform leichter verarbeitet werden konnte. Außerdem erhielten die Widgets ein signifikantes Re-Design. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wird auch den größten Zweiflern klar, dass WP viel mehr ist als eine einfache Blogging Software!

2010: WP expandiert

2010 wird Automattic, das Unternehmen hinter WP, in WordPress Foundation umbenannt und das WP-Logo sowie das Eigentum an der WordPress-Marke auf die neue Firmierung übertragen. Die Foundation soll nun dafür sorgen, dass WP eine freie Software bleibt. Diese strukturellen Veränderungen waren in der WordPress-Geschichte von großer Bedeutung, da sie es dem CMS ermöglichten, unabhängig von einem Unternehmen oder einer Gruppe von Entwicklern zu wachsen. Dies ist ganz klar einer der Hauptgründe, warum WP eine derartige Vormachtstellung unter den modernen CMS erlangen konnte. An der Basis waren es die freie Verfügbarkeit und die Möglichkeit der praktisch uneingeschränkten Arbeit mit und an dem System – die Weiterentwicklung seiner Funktionen und ergänzenden Features – die zu einer kontinuierlich wachsenden Community mit immer größer werdender Unterstützung geführt hat.

2011 bis 2012: weitere Anhebung der Nutzerorientierung

Anfang 2011 laufen bereits mehr als 12 Prozent aller Websites weltweit auf der Basis von WordPress. Der Fokus liegt nun verstärkt darauf, das bestmögliche Erlebnis für die WP-Nutzer zu schaffen. Es erschienen einige zweifelsfrei bahnbrechende Plugins, mit denen es nun endlich ermöglicht wurde, WP auch als leistungsstarke E-Commerce-Plattform zu verwenden. Die Mühen blieben nicht unbelohnt. Mit einer auf jenseits der 65 Millionen Downloads angewachsenen Benutzerzahl war WordPress nun offiziell ein Big Player.

2012 setzte die Entwicklung dort an, wo im Vorjahr aufgehört wurde. WP sollte noch einfacher und effizienter werden! Die Anwender freuten sich über den Theme Customizer, das Theme Preview Feature und einen neuen Media Manager. Zugleich wuchs die Mitarbeiteranzahl des Unternehmens, sodass weitere Innovationen nicht lange auf sich warten ließen.

2013: brandneuer Look und viele Updates

Bis 2013 war WordPress zum beliebtesten CMS überhaupt herangewachsen und dominierte den Markt mit einem Anteil von satten 59 Prozent. In diesem Jahr wurde eine neue, reaktionsschnelle Benutzeroberfläche, die eine bessere mobile Verwendung bieten sollte, zugeschaltet. Ebenso erhielt das CMS optimierte Features zur Integration von Video und Audio Content. WP reagierte damit auf die zunehmende Beliebtheit von Streaming Media-Inhalten. Des Weiteren erfolgten wichtige Sicherheitsanpassungen in den Bereichen Updates, Log-in und weiteren. Ende des Jahres wurden die zahlreichen Aktualisierungen durch ein neues Interface abgerundet.

2014 bis 2018: die Veredelung des Produkts

Abgesehen von der Einführung des innovativen Gutenberg Editor Plugins, das durch die Verwendung von Blocks eine praktisch intuitive Entwicklung und Einpflege von Multimedia-zentriertem Content bzw. der Erstellung entsprechender Pages ermöglichen soll, waren die Jahre 2014 bis 2018 vergleichsweise ruhig. Es erfolgten diverse Usability Updates, wie das Hinzufügen von Drag-and-Drop-Optionen, Media Upload-Vereinfachungen und Plugin-Empfehlungen. Darüber hinaus wurden den Nutzern eine differenziertere Anpassung von Menüs, die Möglichkeit der Ansicht auf unterschiedlichen Bildschirmgrößen im Customizer und eine Erweiterung der Widgets gegeben.

Die Zukunft von WordPress

WordPress hat wahrlich einen langen Weg zurückgelegt – all die Entwicklungen haben sich jedoch absolut ausgezahlt. Mit der heutigen Nutzerorientiertheit und Flexibilität des CMS kann kaum ein Konkurrenzprodukt mithalten. Es gibt über 55.000 Plugins und unzählige Themes, die die Umsetzung von komplexesten Strukturen mit relativ wenig Aufwand ermöglichen. Diese und weitere Voraussetzungen machen entsprechende Systeme leistungsstärker als alles bisher Dagewesene. Sie ermöglichen, das Maximum aus Website-Geschwindigkeiten herauszuholen, eine zielgenaue Suchmaschinenoptimierung auf höchstem Niveau, die Bereitstellung von Content mit Alleinstellungscharakter sowie echtem Mehrwert, eine effiziente Nutzerführung und vieles mehr! Und die Genese ist längst nicht abgeschlossen! Nach wie vor tüfteln tausende Entwickler auf der ganzen Welt an immer wieder neuen, innovativen Möglichkeiten, mit denen Sie WP ein Stückchen besser machen oder sogar revolutionieren können. Die fortwährende Ausrichtung als Open Source Software sorgt dafür, dass auch zukünftig kein Stopp eintritt und Webseiten auf WP-Basis langfristig konkurrenzfähig bleiben.